Category: Familie

Getrennt und doch zusammen – 2houses

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Wie können nun getrennt lebende Eltern im Rahmen der Sozialen Arbeit im Internet unterstützt werden? Eine Antwort ist: 2houses

2houses ist ein Tool, das KlientInnen helfen könnte, wieder eine entspannte und positive Kommunikation zum Ex-Partner bezüglich allem, was die Kinder betrifft, herzustellen. 2houses unterstützt getrennt lebende Eltern bei ihrer Kommunikation und Organisation bezüglich ihrer Kinder.

Zur Webseite geht es HIER.

 

Was bietet 2houses?

2houses bietet einen gemeinsamen Kalender für die Verwaltung von Terminen, ein Verwaltungstool für gemeinsame Ausgaben, ein Journal, ein Fotoalbum, eine Möglichkeit für den Informationsaustausch und auch eine Informationsdatenbank. Derzeit bietet 2houses leider keine Dienste, um mit AnwältInnen, MediatorInnen, SozialarbeiterInnen oder sonstigen BeraterInnen Kontakt aufzunehmen. Eine derartige Anbindung wäre meiner Meinung nach eine wünschenswerte und nützliche Erweiterung.

 

Vertraulichkeit und Datenschutz?

2houses verpflichtet sich, alles zu tun, um eine umfassende Vertraulichkeit der Daten sicherzustellen. Es werden die neuesten Sicherheitsmechanismen verwendet und es wird sichergestellt, dass Daten auch bei Hardwaredefekten oder Datenverlust gesichert sind. 2houses beauftragt zudem ein Drittunternehmen (Truste), das regelmäßig das System prüft, um sicherzustellen, dass es die neuesten Sicherheits- und Vertraulichkeitsnormen erfüllt.

 

Wer hat 2houses entwickelt?

2houses wurde im Mai 2011 von Gill Ruidant gegründet. Er selbst hat 2004 die Probleme der Scheidung erlebt und ein Tool gesucht, das ihm und seiner Ex-Gefährtin geholfen hätte, zu kommunizieren und sich für die Betreuung und das Wohl ihres Sohns zu organisieren. Da bestehende Tools nicht für getrennte Eltern optimiert waren, beschloss Gill einige Jahre später seine eigene Plattform zu erstellen: 2houses.

 

Statistik

Insgesamt gibt es in Österreich 2.347.000 Familien, darunter 935.000 Paare ohne im gemeinsamen Haushalt lebende Kinder. So leben in vier von zehn Familien (39,8%) keine Kinder, wie Berechnungen von Statistik Austria auf Basis der Daten des Mikrozensus 2012 ergaben. Bezogen auf alle Frauen mit Kindern unter 15 Jahren versorgt mehr als jede achte Mutter (13,2%) ihre Kinder ohne einen im Haushalt lebenden Partner. Insgesamt sind das rund 99.000 alleinerziehende Mütter. Die ökonomische Notwendigkeit, sich auf dem Arbeitsmarkt zu beteiligen, ist für diese Frauen größer als für jene, die in Partnerschaften leben. So arbeitet jede vierte Alleinerzieherin auf Vollzeitbasis (27,1%), aber nicht einmal jede fünfte Mutter, die mit einem Partner lebt (18,6%).

In insgesamt 108.000 Familien lebt zumindest ein Kind unter 15 Jahren mit nur einem Elternteil, meistens mit der Mutter (Mütter: 99.000; Väter: 9.000). Mehr als jede achte Frau mit unter 15-jährigen Kindern ist demzufolge alleinerziehend (13,2%); bei Männern mit Kindern dieses Alters ist es nur gut einer von 100 (1,3%). Die Anteile der Alleinerziehenden mit Kindern unter 15 Jahren an allen Familien mit Kindern dieser Altersgruppe blieben dabei zwischen 1985 mit insgesamt 13,6% und 2012 mit 14,2% nahezu unverändert. Bei den alleinerziehenden Müttern schwankten die Anteile dabei zwischen 12 und 14 Prozent, bei den Vätern zwischen einem Prozent und knapp unter zwei Prozent.

Quelle: Statistik Austria

 

Den gesamten Artikel zum Download gibts HIER.

Eltern stellen Kinder in sozialen Netzwerken zur Schau

Immer mehr Eltern stellen Fotos und Videos ihrer Kinder in soziale Netzwerke – teilweise schon Ultraschallbilder bevor die Kinder überhaupt das Licht der Welt erblickt haben. In vielen Fällen werden die Fotos und Videos aufgrund mangelhafter Sicherheitseinstellungen öffentlich und für jeden sichtbar gepostet. Die Palette reicht von nackten Babys in der Badewanne über Strandfotos bis hin zu Videos in denen Kindern irgendwelche Missgeschicke passieren. Und Freunde und Verwandten lachen und klatschen vor lauter Entzücken.

 

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Nicht ganz so entzückend ist es, wenn man das Thema kritisch betrachtet:

  • Mit der Publikation eines Fotos überträgt man gewisse Rechte an Facebook.
  • Eltern haben die Aufgabe, die Privatsphäre ihrer Kinder zu schützen.
  • Menschen mit zweifelhaften Absichten durchforsten soziale Netzwerke nach Kinderfotos.
  • Die Kontrolle über die Fotos und Videos geht in sozialen Netzwerken verloren.
  • Alles was im Netz landet, bleibt im Netz.
  • Fotos und Videos können problemlos missbräuchlich verwendet werden (z.B. Cybermobbing)

 

Man stelle sich folgende Situation vor …

… ein junger Mann bringt das erste Mal seine neue Freundin nach Hause und stellt sie den Eltern vor. Die Mutter holt das Fotoalbum hervor und zeigt der neuen Freundin ihres Sohnes das Familienalbum samt Bade-, Töpfchen- und Wickelfotos. Es gibt wenige Menschen, denen so eine Situation nicht peinlich ist.

Umgelegt auf Facebook passiert das auch, aber nicht nur vor einer Person, sondern im Schnitt vor 130 anderen Menschen (oft sind es noch viel mehr). Und nicht alle dieser Menschen sind enge Freunde oder Familienmitglieder. Und jeder dieser Menschen kann die geposteten Fotos und Videos abspeichern …

Angesichts des brandaktuellen Themas „Überwachung im Internet“ ist es fast skurril, dass der Begriff „Babyblogs“ in Suchmaschinen weit über 900.000 Treffer erzeugt. Eine internationale Studie des US-Softwareherstellers AVG ergab, dass fast drei Viertel aller deutschen Kinder bereits irgendwo im Netz einen digitalen Fußabdruck haben – noch bevor sie laufen können. Das Unternehmen ließ im Jahr 2010 Mütter in Zehn Ländern interviewen. Rund 71 Prozent der Befragten in Deutschland stellten Fotos von ihren Kindern vor dem zweiten Lebensjahr online. Dabei sorgten sich nur 15 % um den Datenschutz.

Es stellt sich die Frage, was für einen digitalen Fußabdruck Eltern für ihre Kinder erstellen wollen – und was das für die Zukunft der Kinder bedeutet. Auf der einen Seite wird heftig gegen die „Überwachung im Internet“ protestiert und für die Wahrung der Privatsphäre gekämpft und auf der anderen Seite öffnen Eltern diesen „Überwachern“ Tür und Tor mit einer komplett dokumentierte Lebensgeschichte (vom ersten Würstchen im Töpfchen bis zum Schulabschluss – und darüber hinaus) ihrer Kinder – und das freiwillig und kostenlos. Da bekommt der Ausdruck „Digital Natives“ gleich eine ganz neue Bedeutung …

Ein guter Artikel zum Thema „Public Shaming: Wenn Eltern ihre Kinder im Web bloßstellen“ wurde im Standard veröffentlicht.

 

Das Recht am eigenen Bild

Auch Kinder haben natürlich das Recht am eigenen Bild. Bis das Kind volljährig ist, sind die Eltern dafür verantwortlich, dass dieses Recht gewahrt wird. Grundsätzlich dürfen Eltern alle möglichen Bilder ihrer Kinder im Netz veröffentlichen, solange gewisse Grenzen nicht überschritten werden. Allerdings stellt sich die Frage, ob das der Wahrung der Privatsphäre und dem Recht am eigenen Bild des Kindes entspricht. Zumal Kinder sich in den meisten Fällen gar nicht dagegen wehren können. Generell sollten Eltern davon Abstand nehmen, peinliche Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zu posten, da sie rein rechtlich gesehen in einen Interessenskonflikt mit dem eigenen Kind geraten. Und was peinlich ist, entscheiden nicht die Eltern, sondern die Kinder!

Häufige Fragen zum Thema Urheberrechte im Internet sind HIER zu finden.

 

Fragen an die Eltern

  • Wollen Eltern nackt in der Badewanne, auf der Toilette, wenn sie sich übergeben haben, etc. fotografiert und gefilmt werden und diese Fotos und Videos dann in sozialen Netzwerken wiederfinden?
  • Wollen Eltern dabei gefilmt werden, wenn ihnen ein peinliches Missgeschick passiert und dieses Video dann auf YouTube wiederfinden – gespickt mit unaussprechlichen Kommentaren?
  • Wollen Eltern von ihren ArbeitskollegInnen oder ArbeitgeberInnen auf peinliche Fotos und Videos angesprochen werden, die im Internet kursieren?
  • Wollen sich Eltern vor jedem x-beliebigen Menschen zur Schau stellen?

Diese Fragen sollten Eltern sich erstens stellen und zweitens ehrlich beantworten, denn auch Babys werden einmal erwachsen und müssen dann mit den digitalen Fußabdrücken leben, die ihre Eltern ihnen verpasst haben. Denn selbst bei penibel gewählten Privatsphäre-Einstellungen dürfte der „Verteilerkreis“ auf sozialen Netzwerken in den meisten Fällen unübersehbar groß sein.

Die Elterninitiative „Keine Kinderfotos im Social Web“ wehrt sich massiv gegen die Veröffentlichung von Kinderfotos und Kindervideos im Internet.

 

Der ganze Artikel zum Download.