Category: Inklusion

Barrierefrei ins Netz – Wunschvorstellung oder Realität?

For a fair selection everybody has to take the same exam: please climb the tree. Auf dem Foto stehen in einer Reihe: Rabe, Affe, Pinguin, Elefant, Goldfisch, Robbe und Hund.

Vorweg möchte ich sagen, dass auch SaiNetz nicht wirklich barrierefrei ist. Das liegt daran, dass ich mich bisher zu wenig mit dieser Thematik auseinander gesetzt habe. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb werde ich mich in diesem Artikel dem Thema „Barrerefrei ins Netz“ widmen, denn gerade in der Sozialen Arbeit sollte ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Barrierefreiheit nicht nur den konkreten Raum betrifft, sondern auch den virtuellen Raum. Dieses Bewusstsein ist leider derzeit noch nicht ausreichend entwickelt. Es kann nie zu spät sein, sich damit auseinander zu setzen.

Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web (WWW) sagt dazu:

„The power of the web is in its universality. Access by everyone regardless of disability is an essential aspekt.“

„Die Macht des Webs liegt in seiner Universalität. Zugang durch alle, unabhängig von einer Behinderung, ist ein essenzieller Bestandteil.“

Ich werde nun das Wort an Menschen weiter geben, die sich mit der Thematik beschäftig haben und ihre Eindrücke und ihr Wissen im „Logbuch Accessibility“ zusammen getragen haben. In der Webaktion „über Barrieren im Netz“ beteiligten sich im Jahr 2007 etwa 40 Blogs aus Österreich, Deutschland und der Schweiz mit mehr als 100 Beiträgen zur Accessibility Blog Parade. Darunter fundierte Analysen mit kontroversiellen Zugängen zur Zugänglichkeit von anerkannten Fachleuten für Webstandards und Accessibility, aber auch recht praxisnahe Artikel mit allerlei technischen Tipps, wie Blogs und deren dahinter liegende Software barrierefreier gestaltet und adaptiert werden können. Diese Beiträge wurden dokumentiert.

Das hier zum Download angebotene „logbuch accessibility – über barrieren im netz“ sollte meiner Meinung nach jeder und jede in der Sozialen Arbeit gelesen haben. Partizipation und Inklusion sollten keine leeren Worte sein, wenn es um den virtuellen Raum geht!

 

Inklusion und Selbstbestimmung durch Technologie

Inspiriert durch ein Video möchte ich heute ein Thema aufgreifen, das deutlich macht, wie wichtig der Einsatz von Computertechnologie in der Sozialen Arbeit ist und was sie leisten kann. Am Beispiel von Mike Philips, der an Spinaler Muskelatrophie (SMA) leidet, soll gezeigt werden, wie Inklusion durch Technologie funktionieren kann.

Das Video „One Thumb to Rule Them All“ vermittelt einen ersten Eindruck.

 

Mike Philips

Mike Philips, ein Gamer und freier Wissenschaftsjournalist, wurde mit spinaler Muskelatrophie (SMA) geboren. Er kann nicht ohne Maschine atmen, er kann sich nicht alleine bewegen, er kann nicht alleine essen, er kann nicht kommunizieren, er ist komplett abhängig von den Menschen in seinem Umfeld. Assistierende Technologie hat sein Leben grundlegend verändert.

Mike_Philips

Mithilfe seines Computers spielt er Spiele wie World of Warcraft oder Unreal Turnament. Mike nutzt seinen Computer jedoch nicht nur zum Spielen, sondern er schreibt auch Bewertungen für Spiele, präsentiert auf Konferenzen, schreibt Beiträge in Büchern, arbeitet an einem Roman und ist als Fotograf und digitaler Künstler aktiv. Mike Philips lebt in Florida.

Die Geschichte von Mike Philips.

 

Spinale Muskelatrophie (SMA) – Symptome

Neben dem Muskelschwund kann noch eine Reihe weiterer Symptome auftreten. Dazu zählen unwillkürliche Muskelzuckungen oder Muskelschwäche. Im späteren Stadium ist auch die Kau- oder Schluck- sowie die Atemmuskulatur betroffen. Die Beteiligung der Atemmuskulatur kann Infekte der Atemwege wie Lungenentzündungen begünstigen. Viele Betroffene haben auch Probleme, Schleim oder Sekret abzuhusten. Banale Infekte können daher schwere Folgen haben. Da die spinale Muskelatrophie nur jene Nerven betrifft, die für Bewegungen verantwortlich sind, funktionieren die Wahrnehmung von Schmerzen und die Hautsensibilität sowie die Sinnesorgane (Sehen, Riechen oder Hören) und die geistige Leistungsfähigkeit der Betroffenen uneingeschränkt. Auch die Funktion der inneren Organe wie Herz, Darm oder Blase bleibt bei der SMA erhalten.

Quelle

 

Assistierende Technologie (AT)

Assistierende Technologie wird besonders im IT-Bereich rund um das Thema Barrierefreiheit häufig als Sammelbegriff für unterstützende Computertechnologie verwendet. Dazu zählen beispielsweise Screenreader, Spracheingaben, Vergrößerungssoftware, Bildschirmtastatur und ähnliche Hilfsmittel.

Mehr Information dazu gibt es auf der Seite des Bundessozialamts.

Das nachfolgende Video hat Mike Philips gemacht, um zu zeigen, was er mithilfe seines Computers alles machen kann.

Das Video gibt es HIER.

 

Lebenshilfe Vorarlberg

Unter dem Motto „Teilhabe für alle!“ hat die Lebenshilfe Vorarlberg Menschen mit einem hohen Unterstützungsbedarf mit assistierender Computertechnologie ausgestattet. Am Beispiel von Thomas Schmucker, der spastisch gelähmt ist und nicht sprechen kann, zeigt das nachfolgende Video, wie unterstützte Kommunikation einen großen Schritt hin zu einem selbstbestimmten Leben ermöglicht.

Das Video gibt es HIER.

 

Weiterführende Links

Webseite von Mike Philips

Austrian Accessibility Academy

Studiengang Assistive Technologien (Bachelor)

VOWiki!

Barrierefreiheit – Bundessozialamt

Zentrum für Angewandte Assistierende Technologien

Control Bionics

SwitchXS

Assistive Ware

 

Den gesamten Artikel zum Download gibts HIER.